
Privacy by Design in der Identitätsprüfung
Wie Sie bestätigen, dass eine Person echt ist, ohne sensible biometrische Daten auf Ihren eigenen Servern zu speichern.
4 Min. · Oktober 2026
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Was Unternehmen über Compliance wissen müssen, wenn sie Identitäten in verschiedenen Märkten prüfen.

Identitätsprüfungen sind oft Teil regulierter Prozesse: Kontoeröffnung, Alterskontrollen, Zahlungen und Finanzdienstleistungen. In diesen Prozessen ist die Prüfung nicht nur ein Instrument gegen Betrug. Sie belegt auch, dass das Unternehmen eine Pflicht erfüllt hat, und dieser Nachweis muss unter Umständen noch Monate oder Jahre später einem Audit oder einer Prüfung durch die Aufsicht standhalten.
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Markt. Dasselbe Produkt kann in Zürich, Berlin und Lissabon unterschiedlichen Regeln unterliegen, und nochmals anderen, je nachdem, ob es eine Finanzlizenz hat, Waren mit Altersbeschränkung verkauft oder einfach Fake-Konten fernhalten will. Compliance beginnt damit, zu wissen, welche dieser Situationen auf Sie zutrifft.
Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick. Er ist keine Rechtsberatung, und Ihre Pflichten im Einzelnen hängen von Ihrer Lizenz, Ihrer Branche und den Märkten ab, die Sie bedienen. Klären Sie diese mit Ihrem Rechts- oder Compliance-Team.
Die meisten Identifizierungspflichten in regulierten Branchen stammen aus den Regeln zur Bekämpfung der Geldwäscherei. Das gängige Schlagwort ist KYC, der zugrunde liegende Prozess sind die Sorgfaltspflichten gegenüber der Kundschaft. Grob gesagt verlangen sie von einem Unternehmen:
Wie gründlich jeder Schritt ausfällt, richtet sich nach dem Risiko. Ein Konto mit geringen Beträgen braucht womöglich nur vereinfachte Prüfungen, während eine Kundschaft oder ein Land mit hohem Risiko erhöhte Sorgfaltspflichten verlangt. Dieser risikobasierte Ansatz erlaubt es, dort schlankere Prozesse zu fahren, wo sie gerechtfertigt sind, und strengere dort, wo es sie braucht. Der AML-Rahmen gibt das Ziel vor. Wie Sie den Prozess gestalten, liegt weitgehend bei Ihnen.
Für die Identitätsprüfung in der Schweiz sind vor allem zwei Regelwerke massgebend.
Das revidierte Bundesgesetz über den Datenschutz (nDSG) ist seit dem 1. September 2023 in Kraft. Es hat das Schweizer Recht in seiner Struktur näher an die DSGVO gebracht, mit Grundsätzen wie Zweckbindung, Verhältnismässigkeit, Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundlichen Voreinstellungen. Biometrische Daten, die eine Person eindeutig identifizieren, gelten als besonders schützenswerte Personendaten. Damit steigen die Anforderungen daran, wie sie bearbeitet, den Nutzerinnen und Nutzern erklärt und geschützt werden. Ein Gesichtsabgleich, der die Inhaberin oder den Inhaber eines Dokuments bestätigt, fällt in diese Kategorie.
Die Geldwäschereiregeln gelten für Finanzintermediäre wie Banken, Zahlungsdienstleister, Vermögensverwalter und viele Krypto-Unternehmen. Zusammen mit den Vorgaben der Aufsicht und der Selbstregulierungsorganisationen legen sie fest, wie Kundinnen und Kunden identifiziert werden müssen, einschliesslich der Anforderungen an das Remote-Onboarding. Welche Regeln genau gelten, hängt von der Lizenz ab und davon, wie das Unternehmen beaufsichtigt wird. Auf unserer Abdeckungsseite für die Schweiz finden Sie die Dokumente, die für den Schweizer Markt unterstützt werden.
In der EU regelt die DSGVO die Bearbeitung von Personendaten. Biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung einer Person gehören zu einer besonderen Kategorie. Ein Unternehmen braucht deshalb sowohl eine Rechtsgrundlage als auch eine anwendbare Ausnahme für ihre Bearbeitung, dazu die üblichen Pflichten zu Transparenz, Sicherheit und Betroffenenrechten.
Bei der Geldwäschereibekämpfung hat die EU ein Paket verabschiedet, das den bisherigen richtlinienbasierten Ansatz weitgehend durch eine direkt anwendbare Verordnung ersetzt: die AMLR, die ab Juli 2027 gilt. Ein einheitliches Regelwerk dürfte die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten verringern, doch Unternehmen müssen ihre Sorgfaltspflicht-Prozesse bis dahin daran messen.
Mit eIDAS 2.0 kommt die European Digital Identity Wallet, die die Mitgliedstaaten ihren Bürgerinnen und Bürgern anbieten müssen. Mit der Zeit könnten Wallets zu einem anerkannten Weg werden, geprüfte Merkmale wie einen Alters- oder Identitätsnachweis zu teilen, ohne ein vollständiges Bild des Dokuments herauszugeben. Es lohnt sich, Ihren Prozess so zu gestalten, dass sich später eine neue Nachweisquelle ergänzen lässt, ohne alles neu zu bauen.
Datenresidenz, Aufbewahrung und das, was Sie nach einer Prüfung speichern, ändern sich mit der Rechtsordnung. Planen Sie den Stack, bevor Sie skalieren.
Drei Fragen stellen sich bei fast jeder grenzüberschreitenden Einführung:
Zwei Pflichten ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Die Geldwäschereiregeln verlangen oft, dass Sie Identifizierungsunterlagen für eine bestimmte Dauer nach Ende der Geschäftsbeziehung aufbewahren. Die Datenschutzregeln verlangen, dass Sie nichts länger als nötig aufbewahren.
In der Praxis trennen Sie, was Sie behalten, von dem, was Sie löschen:
| Daten | Typischer Umgang |
|---|---|
| Prüfergebnis, Methode, Zeitstempel | Als Nachweis für die vorgeschriebene Dauer aufbewahrt |
| Ausgelesene Dokumentdaten | Aufbewahrt, wo die Geldwäschereiregeln es verlangen |
| Bilder des Dokuments und Selfie | Nur aufbewahrt, wenn vorgeschrieben, sonst nach der Prüfung gelöscht |
| Biometrische Rohtemplates | Nach dem Abgleich gelöscht, sofern keine besondere Pflicht besteht |
Was immer Sie aufbewahren, es muss nachvollziehbar sein. Eine Prüferin oder ein Prüfer sollte sehen können, welche Prüfungen gelaufen sind, welche Version des Prozesses verwendet wurde, wie das Ergebnis lautete und wer einen allfälligen manuellen Fall beurteilt hat.
Wählen Sie Kontrollen, die zu Ihrem Risiko und Ihren Pflichten passen. Die Identitätsprüfung soll die Compliance unterstützen, ohne zum Engpass für das Produkt zu werden.
Eine kurze Checkliste vor dem Start:
secuveri ist für genau diese Art von Setup gebaut. Die Daten werden in der Schweiz bearbeitet und gespeichert, ein On-Premise-Betrieb ist möglich, und Sie wählen, welche Prüfungen in jedem Prozess laufen. Wenn Sie einen bestimmten Markt besprechen möchten, buchen Sie ein Gespräch.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechts- oder Compliance-Beratung. Ihre Pflichten hängen von Branche, Bewilligung und Märkten ab.
Gestalten Sie eine Identitätsprüfung, die zu Ihrem Geschäft passt.

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